Am 6. Mai 2018 findet um 11:00 Uhr im Foyer des Nikolaisaals Potsdam (Wilhelm-Staab-Straße 10-11, 14467 Potsdam) eine Matinee statt, die dem Komponisten Hans Chemin-Petit (1902-1981) gewidmet ist und auf der Barbara Fischers Biographie: Hans Chemin-Petit. Ein Künstler im Spannungsfeld der Politik präsentiert wird.
Mitglieder des Sinfonieorchesters Collegium musicum Potsdam spielen Auszüge aus Kompositionen von Chemin-Petit.
Dazu gibt es eine Gesprächsrunde mit Andrea Witte, Tochter von Hans Chemin-Petit, Oberbürgermeister Jann Jakobs und Prof. Dr. Knut Andreas, Künstlerischer Leiter des Sinfonieorchesters Collegium musicum Potsdam. Moderation: Dr. Andrea Palent.
Die Matinee ist eine gemeinsame Veranstaltung von Nikolaisaal Potsdam, Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam und Landeshauptstadt Potsdam.
Weiterführende Infos unter www.nikolaisaal.de

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse („Leipzig liest“) stellte Barbara Fischer im Gespräch mit Verleger Christoph Dohr ihre Biographie „Hans Chemin-Petit – Ein Künstler im Spannungsfeld der Politik“, Verlag Dohr Köln 2017, dem Publikum vor.

Hans Chemin-Petit durchlebte herausfordernde Zeiten, in denen es ihm gelang, seine Unabhängigkeit zu wahren und seinen eigenen künstlerischen Weg zu gehen. Die Biographie von Barbara Fischer zeichnet diesen Weg nach. Der umfangreiche Nachlass Chemin-Petits bietet die Möglichkeit, ihn selbst und viele seiner Zeitgenossen, deren Zeugnisse er bewahrt hat, persönlich zu Wort kommen zu lassen. So erfährt man aus „erster Hand“, wie Menschen unterschiedlichster Herkunft große und kleine Momente der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts erlebt haben. Diese Selbstzeugnisse bilden den Mittelpunkt der biographischen Darstellung.

Über Jahrzehnte hin gehörte Chemin-Petit mit seinem künstlerischen Können und mit seiner charismatischen Persönlichkeit zum Kreis derer, die das Potsdamer und Berliner Musikleben entscheidend prägten. Seine Integrität, seine Uneigennützigkeit, seine Aufgeschlossenheit und seine Fähigkeit zum Zuhören machten ihn zu einem geschätzten Ratgeber, an den sich die Menschen, die ihn kannten, mit Freude und Dankbarkeit erinnern. Diese Erinnerung an einen vorbildlichen Musiker aufrechtzuerhalten und zu erneuern ist Ziel der Biographie.

Gleiches gilt für das umfangreiche Werk, das der Komponist Chemin-Petit hinterlassen hat und das geprägt ist von Kontinuität, im Sinne der Bindung an die Tonalität und Wandel, im Hinblick auf das Ausloten von deren Grenzen. Der überwiegende Teil seiner Kompositionen wird mit ihrer Entstehungsgeschichte vorgestellt und in einem textchronologisch angelegten Werkverzeichnis erfasst. Darunter befinden sich auch einige Werke, die bisher noch nicht oder nur selten aufgeführt wurden, aber der Beachtung wert sind.

Eine Musiker- und Lehrerpersönlichkeit, an die sich eine ehemalige Studentin mit den Worten erinnert: „Wenn wir Hochschule sagten, meinten wir eigentlich immer Chemin-Petit“, sollte nicht in Vergessenheit geraten. Die hier vorgelegte Biographie möchte dazu einen Beitrag leisten.

Köln 2017, ISBN 978-3-86846-144-2, Verlag Christoph Dohr Köln, www.dohr.de

Sendung am  07.10.2016 mit folgenden Werken

Hans Chemin-Petit: Intrada e Passacaglia für großes Orchester
Radio-Symphonie-Orchester Berlin, heute DSO. Leitung: Hans Chemin-Petit
Aufnahme vom 29.1.1965 im Haus des Rundfunks

Wilhelm Furtwängler: Te Deum für vier Solostimmen, Chor und Orchester
Philharmonischer Chor Berlin, Philharmonisches Orchester Berlin. Leitung: Hans Chemin-Petit
Konzertaufnahme vom 12.3.1967 in der Berliner Philharmonie

Hans Chemin-Petit: Kassandras Tod
Dramatische Kantate frei nach Äschylos für Soli, Chor und Orchester
Philharmonischer Chor Berlin, Philharmonisches Orchester Berlin. Leitung: Hans Chemin-Petit
Eigenaufnahme

Hans Chemin-Petit: Symphonische Kantate für Alt, Chor und Orchester
Philharmonischer Chor Berlin, Radio-Symphonie-Orchester Berlin, heute DSO. Leitung: Hans Chemin-Petit
Aufnahme vom 14.2.1974 im Haus des Rundfunks