{"id":55,"date":"2016-08-21T11:59:21","date_gmt":"2016-08-21T09:59:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cheminpetit.de\/wordpress\/?page_id=55"},"modified":"2016-08-21T11:59:21","modified_gmt":"2016-08-21T09:59:21","slug":"hochschule","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/leben-und-wirken\/hochschule\/","title":{"rendered":"Hochschule"},"content":{"rendered":"<p><!--\/raw--><br \/>\nHans Chemin-Petit wurde 1929 von Hans Joachim Moser an die Akademie f\u00fcr Kirchen- und Schulmusik berufen. In ihm sah man den vitalen, sch\u00f6pferischen, aufgeschlossenen Musiker, der in der Lage war, \u00fcber fachliche Grenzen hinauszusehen. Namen wie Hermann Kretzschmar, Musikforscher, Professor f\u00fcr Musikwissenschaft &#8211; Leo Kestenberg, Pianist, P\u00e4dagoge, Referent beim Preu\u00dfischen Ministerium, Reformer des Musikunterrichts &#8211; Georg Sch\u00fcnemann, Professor f\u00fcr Musikwissenschaft, beteiligt an der Kestenbergschen Reform &#8211; Paul Juon, russischer Komponist schweizerischer Herkunft, bezeichnet als russischer Brahms, Mitglied der Akademie der K\u00fcnste &#8211; Hugo Becker, Professor im Fach Violoncello mit Schwerpunkt Kammermusik &#8211; Hans Joachim Moser, Professor der Musikwissenschaft, Geschichte, Komponist, S\u00e4nger &#8211; Siegfried Ochs, Dirigent und Komponist, Gr\u00fcnder des Siegfried Ochs\u2019schen Gesangvereins, sp\u00e4ter Philharmonischer Chor Berlin &#8211; Werner Egk, Komponist und Dirigent mit internationalem Ruf &#8211; Boris Blacher, Komponist, gleichfalls mit internationalem Ruf, bestimmten den Anspruch der Institution.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nIn der nationalsozialistischen Zeit war es nicht zuletzt Hans Chemin-Petit zu verdanken, da\u00df die Arbeit an der Hochschule ohne die damals geforderte Akzentuierung stattfinden konnte. \u2013 Von 1935 bis Kriegsende war er Mitglied im Pr\u00fcfungsausschu\u00df f\u00fcr Organisten und Chordirigenten. &#8211; Sein Verantwortungsbewu\u00dftsein und sein Blick f\u00fcr das Ganze machten ihn 1965 zum Stellvertretenden Direktor der Hochschule neben Boris Blacher.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nHans Chemin-Petit hat Ma\u00dfst\u00e4be an sich gelegt und diese auch von den Sch\u00fclern eingefordert. Seine hohen Bewertungsma\u00dfst\u00e4be f\u00fchrten dazu, dass er nur selten das Pr\u00e4dikat Gut in Pr\u00fcfungen vergab. Mit Akribie bereitete er f\u00fcr die K\u00fcnstlerischen Staatspr\u00fcfungen Aufgaben f\u00fcr jeden Studenten in den F\u00e4chern Tonsatz und Chorleitung vor und begr\u00fcndete jede Leistung mit Sorgfalt. Der Senator f\u00fcr Schulwesen von Berlin berief ihn \u00fcber Jahrzehnte zum Mitglied des K\u00fcnstlerischen Pr\u00fcfungsamtes. Dar\u00fcber hinaus war er \u00fcber lange Zeit in jedem Semester in Aufnahme-, Zwischen- und Reifepr\u00fcfungen einbezogen.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nEr verfolgte die Entwicklung begabter Studenten auch nach dem Studium. Sie wandten sich noch nach Jahrzehnten an ihn. &#8211; Zu seinen Sch\u00fclern z\u00e4hlten unter anderen: G\u00fcnther Wilke, Dirigent der Mannheimer Singakademie &#8211; Rudolf Lamy, Leiter des Philharmonischen Chores M\u00fcnchen &#8211; Hans M\u00fcller-Scheffsky, Leiter des Hugo-Distler-Chores Hannover &#8211; Barbara Haller, Leiterin der Jugendkantorei am Ulmer M\u00fcnster.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nEinige waren wiederum an Ausbildungseinrichtungen t\u00e4tig, so Werner Immelmann an der Kirchenmusikschule Hannover &#8211; Willi Maertens an der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle\/Saale &#8211; Johannes-Ernst K\u00f6hler an der Musikhochschule Weimar &#8211; K\u00e4te Walter und Heinrich Elter an der Berliner Musikhochschule. Die meisten haben und hatten ihr Wirkungsfeld als Kirchenmusiker oder -musikdirektoren und Studienr\u00e4te oder -direktoren gefunden.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nZahlreiche Briefe ehemaliger Studenten bezeugen die Verbundenheit mit ihrem Lehrer, der es vermochte, in ihnen Musikverst\u00e4ndnis im umfassenden Sinne zu entwickeln, dabei weit \u00fcber das handwerkliche R\u00fcstzeug hinausgehend. Bei aller Vielfalt ist den Briefen gemein, dass sie Chemin-Petit als einen Menschen von gro\u00dfer Ausstrahlungskraft schildern, der f\u00fcr fachliche und pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che, auch au\u00dferhalb des Unterrichts, aufgeschlossen war. &#8220; [&#8230;] Wir sind uns aber wohl darin einig, es pers\u00f6nliches Gl\u00fcck zu nennen, das uns widerfuhr, Sch\u00fcler eines solchen K\u00fcnstlers, Lernende im Bannkreis eines solchen Menschen geworden zu sein. [&#8230;] &#8220; (7)<br \/>\n\u00a0<br \/>\nAls Leiter des Kammerchores der Hochschule f\u00fcr Musik &#8211; und auch als Leiter des Philharmonischen Chores Berlin &#8211; hat Hans Chemin-Petit bleibende Ma\u00dfst\u00e4be gesetzt. Zitat: &#8220; [&#8230;] Er hatte ein elementares Verh\u00e4ltnis zur Gestik, zur sprechenden Geb\u00e4rde, die fast unmerklich Atmung und Gesang ausl\u00f6ste. Nichts Doktrin\u00e4res haftete seiner k\u00fcnstlerischen Vermittlung an. Etwas Unwandelbares, Festes war in seinem Wesen, das ihm die F\u00e4higkeit gab, in dieser Vielfalt als Dirigent, Komponist und Lehrer auf einen gro\u00dfen Menschenkreis zu wirken. Die Blickerweiterung des jungen Musikers in der Erfahrung der gro\u00dfen Literatur war sein Ziel. [&#8230;] &#8220;<br \/>\n\u00a0<br \/>\nSein Kredo von der menschenbildenden Funktion der Musikerziehung im weiteren Sinne war Leitgedanke seines Gesamtwerkes, es erf\u00fcllte sich in der p\u00e4dagogischen Arbeit mit Studenten im engeren Sinne: &#8220; [&#8230;] Es ging mir in meinem Unterricht immer darum, eine traditionelle Grundlage zu schaffen durch gr\u00fcndliche Kenntnis vom Barock bis zur Romantik, ferner um die F\u00f6rderung jeder Individualit\u00e4t und schlie\u00dflich um den offenen Blick f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Str\u00f6mungen. [&#8230;] &#8220; (8)<br \/>\n\u00a0<br \/>\n<em>Vgl. auch Vera Gr\u00fctzner: Hans Chemin-Petit &#8211; Profil seines k\u00fcnstlerischen Wirkens, in: Hans Chemin-Petit, 1902-1981, a. a. O. <\/em><\/p>\n<p><!--\/raw-->\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hans Chemin-Petit wurde 1929 von Hans Joachim Moser an die Akademie f\u00fcr Kirchen- und Schulmusik berufen. 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