{"id":53,"date":"2016-08-21T11:58:43","date_gmt":"2016-08-21T09:58:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cheminpetit.de\/wordpress\/?page_id=53"},"modified":"2016-08-21T11:58:43","modified_gmt":"2016-08-21T09:58:43","slug":"dirigent","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/leben-und-wirken\/dirigent\/","title":{"rendered":"Dirigent"},"content":{"rendered":"<p><!--\/raw--><br \/>\nEs soll an einigen Beispielen gezeigt werden, da\u00df es sich bei Hans Chemin-Petit um eine angesehene Dirigentenpers\u00f6nlichkeit handelt.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nSchon mit 23 Jahren erhielt Chemin-Petit durch Wolfgang Zeller und Heinz Tiessen eine Empfehlung f\u00fcr eine feste Dirigentenstelle als Hauskapellmeister f\u00fcr eines der Barnowsky-Theater. &#8211; 1931 wurde er von Georg Schumann f\u00fcr die Anstellung als Dirigent an der Kaiserlichen Musik-Akademie in Tokyo empfohlen. Pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde zwangen ihn zur Absage. &#8211; 1933 hei\u00dft es in einem Gutachten \u00fcber eine l\u00e4ngere Vertretungszeit beim Magdeburger Domchor und Reblingschen Gesangverein, da\u00df sie &#8222;f\u00fcr die geleistete Arbeit das beste Zeugnis ausstellen k\u00f6nnen, f\u00fcr vortreffliche Arbeit und gl\u00fcckliche Hand in p\u00e4dagogischer Hinsicht, [&#8230;] f\u00fcr die freudige, S\u00e4nger und H\u00f6rer mitrei\u00dfende Art der Domchorf\u00fchrung. [&#8230;] &#8222;\u2028In einer Kritik von 1933 wird nach einem Orchesterkonzert in Magdeburg von einem eindeutigen Dirigiertalent geschrieben, von einer &#8222;gel\u00f6sten, schwunghaften und durchsichtigen Art&#8220;. &#8211; Hans Joachim Moser attestiert ihm im selben Jahr &#8222;ein ganz ausgesprochenes Dirigiertalent&#8220;. &#8211; Im Februar 1934 l\u00f6ste ein Konzert mit dem <em>Philharmonischen Orchester Berlin und Wilhelm Kempff<\/em> als Solist mit Bach und Mozart &#8222;hellen Jubel&#8220; aus.\u2028Danach erhielt Chemin-Petit auf pers\u00f6nliche Veranlassung Wilhelm Furtw\u00e4nglers die Aufforderung, eine Reihe von zehn Konzerten dessen Orchesters zu \u00fcbernehmen. Aktuelle gesundheitliche Einschr\u00e4nkungen verhinderten eine Zusage. &#8211; 1942 bescheinigte ihm Wilhelm Furtw\u00e4ngler, da\u00df er ihn &#8222;als einen hervorragenden Musiker mit ausgezeichneten Dirigiereigenschaften kenne, wie es in ganz Deutschland nur wenige gibt&#8220;. Und Chemin-Petit \u00e4u\u00dfert in einem Gespr\u00e4ch mit Karla H\u00f6cker (4): &#8220; [&#8230;] Diesem gro\u00dfen Meister verdanke ich, da\u00df ich auf die dirigentische Laufbahn geriet; er hat mich nach dem Eindruck meines ersten Konzertes mit dem <em>Berliner Philharmonischen Orchester<\/em> weitgehend gef\u00f6rdert. [&#8230;] \u2028[&#8230;] Bei Kriegsausbruch mu\u00dfte mein Freund, Bernhard Henking, innerhalb von 48 Stunden Magdeburg verlassen, um seinen Wehrdienst in der Schweiz anzutreten. Er hatte aber keinen Vertreter. Beim Abschied am Zuge bat er mich, ihn bei den beiden Ch\u00f6ren, die damals schon einen Namen besa\u00dfen, als Leiter zu vertreten. Das waren der <em>Reblingsche Oratorienchor<\/em> und der dortige <em>Domchor<\/em>. Ich war damals auf eine solche anspruchsvolle Position keineswegs vorbereitet, aber ich konnte mich schnell einfinden, und zwar vor allem, weil mir aus dem Kreis der Mitglieder und der Chorvorst\u00e4nde viel Hilfe zuteil wurde. [&#8230;] \u2028[&#8230;] Die \u00dcbernahme des <em>Philharmonischen Chores Berlin<\/em> brachte die Spezialisierung als Dirigent oratorischer Werke. Zuvor hatte ich in zahlreichen Gastdirigaten symphonische Literatur in gr\u00f6\u00dferem Umfang interpretiert. In Konzerten der <em>Berliner Staatskapelle<\/em>, der <em>M\u00fcnchner Philharmoniker<\/em>, des <em>Gewandhaus-Orchesters<\/em>, des <em>Symphonischen Orchesters Berlin<\/em> (mit dem er Urauff\u00fchrungen eigener Kompositionen leitete, d. Red.) und vieler anderer habe ich zum Beispiel alle <em>Beethoven-Symphonien, Brahms, Tschaikowsky , Reger, Bruckner, Haydn, Mozart<\/em> und <em>Bach<\/em> dirigiert. Ja, ich habe einmal in Memel sogar <em>Die Fledermaus<\/em> einstudiert und geleitet. Es w\u00e4re zu weit f\u00fchrend, alle Verpflichtungen an den deutschen Sendern zu nennen. Aber ich m\u00f6chte nicht unterlassen, auf unverge\u00dfliche Erlebnisse, die mir das Musizieren mit den <em>Berliner Philharmonikern<\/em> brachte, besonders hinzuweisen. [&#8230;] &#8220;<br \/>\n\u00a0<br \/>\nDie Auff\u00fchrung der <em>Fledermaus<\/em> in Memel 1942 machte Furore. &#8220; [&#8230;] Der wahre Zaubermeister gestaltete eine un\u00fcbertreffliche Einheit und Leistung, die das Publikum auf das St\u00fcrmischste umjubelte und die Vorh\u00e4nge kein Ende nehmen wollten. [&#8230;] &#8220;<br \/>\n\u00a0<br \/>\n1940 erhielt Chemin-Petit nach einer Auff\u00fchrung des <em>Requiem von Brahms<\/em> einen Brief von Siegmund von Hausegger mit der Betrachtung, &#8220; [&#8230;] da\u00df die Wiedergabe nicht auf den Bahnen der Tradition gewandelt war, sondern sich als neu erlebt erwies im Eindruck pers\u00f6nlicher Eigenart ohne aufkommende pers\u00f6nliche Willk\u00fcr. [&#8230;] &#8220;<br \/>\n\u00a0<br \/>\nNach Kriegsende erweiterte sich Chemin-Petits Konzertt\u00e4tigkeit vor allem in Potsdam und Berlin, aber auch in Magdeburg. &#8220; Ein erstrangiges musikalisches Ereignis war das Sinfonie-Konzert der Staatskapelle in der Deutschen Staatsoper. Hans Chemin-Petit, den Potsdam mit Stolz zu seinen S\u00f6hnen z\u00e4hlt, lie\u00df drei Werke erklingen, von <em>Bach, Mozart<\/em> und <em>Brahms<\/em>. Jedes der drei Werke schuf er in unverge\u00dflicher Weise nach, ihnen ihre volle Eigenart lassend, und doch zugleich den Stempel seiner genialen Pers\u00f6nlichkeit gebend, eine Tat, die nur einem K\u00fcnstler gelingt, der wie Chemin-Petit auch als Schaffender in die letzten Tiefen der Satzkunst gedrungen ist. [&#8230;] &#8220; (5)<br \/>\n\u00a0<br \/>\nEine andere Stimme, die sich auf die Wiedergabe des letzten Satzes der\u20281. Symphonie von <em>Brahms<\/em> bezieht: &#8220; [&#8230;] Chemin-Petit hatte die ganz gro\u00dfe F\u00e4higkeit, Thematik und Abl\u00e4ufe, die ganze Lebendigkeit, das Voranst\u00fcrmen des jugendlichen Brahms, immer in der Besonderheit des zwischen Himmel und Erde, &#8211; das Entr\u00fccktsein erscheinen zu lassen und dieser Musik ihren Stempel zu geben.&#8220;<br \/>\n\u00a0<br \/>\nIn der Aufbruchzeit nach dem Kriege war Chemin-Petit federf\u00fchrend in das Musikleben von Potsdam eingebunden. Auff\u00fchrungen mit dem <em>St\u00e4dtischen Chor<\/em> sowie dem <em>Collegium musicum<\/em>, das er gleich nach Kriegsende gr\u00fcndete, Gastspiele mit Berliner Orchestern und dem <em>Philharmonischen Chor<\/em> brachten ihm weiteres Ansehen in seiner Vaterstadt. In Berlin nahm der Philharmonische Chor im Arbeitsleben Chemin-Petits gro\u00dfen Raum ein. Bereits am 8. November 1946 trat der Philharmonische Chor mit einem A-cappella-Konzert des Kammerchores in die \u00d6ffentlichkeit, und am 24. November 1946 konnte die erste Oratorium-Auff\u00fchrung mit dem Requiem von <em>Mozart<\/em> in der Marienkirche im \u00f6stlichen Teil der Stadt erklingen, &#8211; ungeheizt, mit kaputten Fensterscheiben, &#8211; gefolgt vom Messias <em>(H\u00e4ndel)<\/em> am 15. Dezember 1946 &#8211; Ereignisse, die eigentlich unm\u00f6glich erschienen. Schon 1947 konnte der Chor vier Oratorien-Auff\u00fchrungen einstudieren und stattfinden lassen, was fortan zur Tradition werden sollte.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nAu\u00dfer der Marienkirche standen im zerbombten Berlin die Kirche am S\u00fcdstern und der Titania-Palast f\u00fcr Auff\u00fchrungen zur Verf\u00fcgung. Hinzu kamen sp\u00e4ter der neugebaute Konzertsaal der Hochschule f\u00fcr Musik (1954) und der Neubau der Philharmonie (1963).<br \/>\n\u00a0<br \/>\nDas letzte Gastspiel des Philharmonischen Chores in Potsdam konnte 1950 aus Anla\u00df des Bach-Gedenk-Jahres mit der Hohen Messe in h-moll gegeben werden, und ein Jahr sp\u00e4ter sang der Chor als Sonderkonzert des Deutschen evangelischen Kirchentages in der Marienkirche ebenfalls die h-moll-Messe. Daf\u00fcr bedurfte es einer speziellen Genehmigung durch den West-Magistrat der Stadt. &#8222;Was ich habe h\u00f6ren k\u00f6nnen, war gro\u00dfartig in seiner Beschwingtheit und Tiefe. Das dankt nicht nur dem seligen Johann Sebastian, sondern heute vor allem Ihnen Ihr Dibelius 14.7.&#8220; (6)<br \/>\n\u00a0<br \/>\nTrotz der bestehenden widrigen Umst\u00e4nde &#8211; so besonders durch den Bau der Berliner Mauer 1961, durch den dem Chor drei\u00dfig Prozent seiner singenden Mitglieder verloren gingen &#8211; gelang es Chemin-Petit, den Chor wieder zu stabilisieren.\u2028Gastkonzerte f\u00fchrten den Philharmonischen Chor mehrmals nach Hannover, Weimar 1955 (Festtage Zeitgen\u00f6ssischer Musik), Bonn 1965 (Beethoven-Fest) und zu den Olympischen Spielen nach M\u00fcnchen 1972 (Mitwirkung im Kulturprogramm der Spiele).\u2028In einer Kritik nach der Missa solemnis in Bonn kann man lesen, &#8220; [&#8230;] da\u00df der Philharmonische Chor Berlin heute zweifellos wieder eine der f\u00fchrenden Konzertchorgemeinschaften ist und &#8211; es kann kein Zweifel mehr bestehen, &#8211; da\u00df Hans Chemin-Petit zu den bedeutendsten Chorleitern der Gegenwart geh\u00f6rt. [&#8230;] &#8220;<br \/>\n\u00a0<br \/>\nZu den herausragenden Ereignissen der Chorauff\u00fchrungen geh\u00f6rten 1958 die Erstauff\u00fchrung von Boris Blachers Der Gro\u00dfinquisitor, 1967 die Erstauff\u00fchrung der Neufassung von Wilhelm Furtw\u00e4nglers Te deum, im Rahmen der Berliner Festwochen 1968 Rudolf Wagner-R\u00e9genys Genesis, 1972 in den Berliner Festwochen von G\u00fcnter Bialas Meditation und Preisungen, daneben die Jim\u00e9nez-Kantate von Harald Genzmer, beides Erstauff\u00fchrungen f\u00fcr Berlin, im Festkonzert aus Anla\u00df des 75. Geburtstages von Hans Chemin-Petit 1977 hat der Chor unter der Leitung des Komponisten seine Dramatische Kantate Kassandras Tod konzertant uraufgef\u00fchrt.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nNeben der Missa solemnis von Beethoven und dem Deutschen Requiem von Brahms galt f\u00fcr Chemin-Petit die Carmina burana als Paradest\u00fcck des Philharmonischen Chores mit entsprechendem Echo beim Publikum und bei der Presse.<\/p>\n<p><!--\/raw-->\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es soll an einigen Beispielen gezeigt werden, da\u00df es sich bei Hans Chemin-Petit um eine angesehene Dirigentenpers\u00f6nlichkeit handelt. \u00a0 Schon mit 23 Jahren erhielt Chemin-Petit durch Wolfgang Zeller und Heinz Tiessen eine Empfehlung f\u00fcr eine feste Dirigentenstelle als Hauskapellmeister f\u00fcr eines der Barnowsky-Theater. &#8211; 1931 wurde er von Georg Schumann f\u00fcr die Anstellung als Dirigent [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":45,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"templates\/page-ribbon.php","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/53"}],"collection":[{"href":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/53\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/45"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cheminpetit.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}